14. Rosensee-Marathon am 30. Januar 2010
oder:
Schnee soweit das Auge reicht...
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Das Abenteuer „Rosensee-Marathon 2010“ begann für mich um 04:00 Uhr in der Frühe, als mich mein Wecker aus den schönsten Träumen riss. Es war für diese Uhrzeit schon ungewöhnlich hell, ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass es nach all den verteufelt kalten Tagen wieder einmal die Nach durchgeschneit hat. Für uns im Norden der Republik in diesem Ausmaß ein eher ungewöhnliches Naturereignis...
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Ich ließ den Tag aber entspannt angehen und erledigte den morgendlichen Ablauf samt der mittlerweile ritualisierten Marathonvorbereitungen (Pflaster, Vaseline usw.). Mein Start sollte gegen 09:00 Uhr erfolgen, ich hatte also genügend Zeit – dachte ich. Dennoch wollte ich rechtzeitig loskommen, ich wusste bis dato noch nichts von den Straßenverhältnissen. Hätte ich das, was mich auf dem Hin- und Rückweg nach Raisdorf erwartete vorher gewusst, wäre ich wahrscheinlich nicht losgefahren: Schneeverwehungen auf der Autobahn, eine festgefahrene Schneedecke und kein Räumdienst in Sichtweite...
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So juckelte ich mit gut 40 km/h über die Autobahn bzw. die fast unpassierbare Landstraße via Preetz nach Raisdorf und erreichte kurz nach 09:00 Uhr den Startort an der Schwentine. Die Fahrt alleine hat mich schon viel Kraft gekostet und dann war ich auch noch zu spät... Aber zum Glück hieß der Organisator Harald Petersen. Er sah mich wohl gerade noch die Abfahrt zum Schwentinetal herunterschliddern und warte freundlicherweise auf mich. Danke schön, Harald !
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Der Rosensee ist ein See in der Holsteinischen Schweiz, der als Stausee für das Schwentiner Wasserkraftwerk heute elementarer Bestandtteil des Landschaftsparks Schwentine ist. Der See assoziiert einen flachen Landschaftslauf, aber dem war nicht so. Denn wo ein Tal ist, da sind auch reichlich Anstiege... Na ja – mit 20cm Neuschnee wartete da eine anspruchsvolle Aufgabe auf mich.
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Der Marathon begann wie ich es vom „100 Marathon-Club“ gewohnt bin mit einer kurzen Einführungsschleife von 945m und führte mich dann 11x um den zugefrorenen und schneebedeckten See durch eindrucksvolle und herrlich anzuschauende Landschaft. Am Startpunkt war liebevoll eine Verpflegungsstation eingerichtet, an der man sich nach jeder Runde mit Zitronentee, heißer Brühe und kleinen Snacks stärken konnte. Das war auch nötig, denn der 3,75km lange Rundkurs hatte es nicht nur wegen des welligen Profils sondern viel mehr wegen der Neuschneemassen in sich. Wir haben uns eine Schneise durch den Schnee auf den Wegen gelaufen und kämpften gegen permanentes Wegrutschen...
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Es war eine familiäre Veranstaltung. Leider gab es wetterbedingt noch Absagen, dass wir nur noch fünf Teilnehmer waren, von denen eine Teilnehmerin den Lauf nach der Hälfte beendete. Da wir alle ein unterschiedliches Tempo liefen, kam es vor, dass man über mehrere Runden allein mit sich, dem See, dem welligen Terrain und der vielleicht 30cm breiten Laufspur im Schnee war. Mitunter gab es Gegenverkehr durch Langläufer oder Spaziergänger mit Hund. Da hieß es dann gekonnt in den pulverigen Tiefschnee zu hüpfen um Platz zu gewähren. Jedes mal wieder ein spannendes Unterfangen.
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Die ersten beiden Runden nutzte ich ausgiebig um Fotos von der schönen Naturlaufstrecke und den Teilnehmern zu machen. Mitunter kamen mir auch Wildschweine und gefiederte Freunde vor die Linse. Ab Runde drei konzentrierte ich mich auf meinen Lauf und die Bewältigung der 42,195 km.
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Die Strecke führte uns nicht nur am See entlang über Feldwege sondern auch mit einem kurzen Schwenk durch die Ortschaft Rosenfeld. Hier konnte man erahnen, dass man Asphalt unter den Schneeschuhen hatte und etwas die Beide ausschütteln und somit beim Laufen entspannen. Ich empfand diesen Abschnitt jedes Mal als Wohltat. Die Anwohner hatten emsig damit zu tun ihre Gehwege vom Schnee zu befreien. Einige nutzten hierfür sogar ihren Traktor. |
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Dennoch war häufig ein freundlicher Gruß mit aufmunternden Worten für uns „Verrückte“ über und wir konnten frisch motiviert die dritte Phase der Runde – wieder natürlicher „Trampelpfad an Seelandschaft“ – einläuten. Dieser Abschnitt hatte zwei gemeine Anstiege. Bis zur neunten Runde konnte ich diese Steilstücke laufenden Schrittes erklimmen, Runde zehn und elf musste ich aber kapitulieren und gehenden Fußes das Hindernis überwinden. Aber ich habe es geschafft !
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Alles in Allem war es eine sehr schöne, aber auch extrem anstrengende Veranstaltung, die ich gerne als Grenzerfahrung verbuchen möchte. Wenn man 11x am eigenen Auto vorbeiläuft und der innere Schweinehund jedes Mal fragt, warum Du nicht einfach einsteigst und zuhause ein feines heißes Bad nimmst und dann trotzdem weiterläufst, dann hat das was... Ich beendete den Lauf nach 5:08:26 Stunden als „Tagessieger“, was aber bei dem familiären Charme der Veranstaltung für mich keine große Bedeutung hat.
Danke Tanja & Harald für die Organisation !
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